Westfälische Nachrichten: Queen Kings lassen es in Bocholt krachen

Queen Kings

Bocholt – Was für eine Party: Eben noch hat Sänger Mirko Bäumer mit lockeren Sprüchen („Leute, ihr seht so toll aus von hier oben“) die Stimmung angeheizt, da singen die Fans auch schon den Queens-Hit „Somebody to love“ aus voller Kehle mit. Und als Bäumer das softe Liebeslied „Love of my Life“ anstimmt, beginnen viele zu schunkeln. Über 800 Besucher sind zum Gig der „Queen Kings“ gekommen und haben den Garten des Residenz-Hotels in ein kleines Rock-Festival verwandelt.

Neben der beliebten Musik tragen auch die angenehmen spätsommerlichen Temperaturen zu dem guten Besuch bei. Die Queen Tribute Band, die zu den besten Cover-Gruppen der legendären englischen Rockband zählt, wird an diesem Abend ihrem ausgezeichneten Ruf gerecht: Die sechs Musiker verstehen es, Queen-Klassiker wie die „Bohemian Rhapsody“ oder das betörende „Radio Ga Ga“ so verblüffend nah am Original zu spielen, dass sie rasch den Nerv des Publikums treffen.

Mitmach-Songs wie „Under Pressure“ oder „King of Magic“ elektrisieren und lassen die Stimmung im Handumdrehen hochschwappen. Unermüdlich ist zudem Leadsänger Bäumer bemüht, den Draht zu den Fans zu finden. „Are you ready?“ brüllt er ins Mikrofon. Als ihm die Antwort zu schwach erscheint, kitzelt er weiter: „Das glaubt euch doch keiner!“ Immer wieder geht er in typischen Freddy-Mercury-Posen an den Bühnenrand und fordert mit schrillen Lautspielen die Zuhörer heraus. Musikalisch stehen ihm seine Mitspieler in nichts nach. Obwohl der Gitarrist Drazen Zalac erst vor drei Monaten zu der Band gestoßen ist, wirken seine Arrangements bestens abgestimmt. Unspektakulär, ja fast bescheiden steht er auf der Bühne und spielt eine ausgesprochen solide Sologitarre. Herrlich voluminös fallen seine rockigen Linien bei der „Killer Queen“ aus. Und nicht nur bei „I want to break free“ ist sein Solo vom Feinsten. Schummrig ist es auf Bühne, als Rolf Sander eine endlos scheinende, doch hinreißende Basseinlage hinlegt. Als optischer Gag leuchten grüne Lichter auf seinem Instrument auf. Plötzlich wechselt Sander seine Rhythmen und läßt Deep-Purple-Riffs wie „Smoke on the water“ ertönen. Die Band spielt mehr als drei Stunden am Stück und lässt es dabei ordentlich krachen. Doch auch die leisen, balladenhaften Titel, die sich immer wieder mit den kräftigen Rocknummern ablösen, überzeugen. Bei „Heaven for everyone“ singt Susann de Bollier den ersten Part und liefert sich anschließend tolle Duos mit Bäumer. Der wiederum beweist bei „Mister Bad Guy“, dass er auch die weichen Zwischentöne sauber trifft. Kurz: Die „Queen Kings“ legten einen abwechslungsreichen und energiegeladenen Gig hin, der so ganz nach dem Geschmack der Fans war. Das traf auch für den Auftritt der „ Cookies“ zu. Die Vor-Band glänzte mit ihren Coverversionen und zeigte ein großes Repertoire. Ob es das „Superstitious“ von Stevie Wonder, der Beatles-Song „Come together“ oder Gary Moores „Walking by myself“ war: Die Titel groovten und waren musikalisch gut ausgelotet. VON MICHAEL STUKOWSKI